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Diakon

Diakon

Den Ständigen Diakon – also den Diakonat als eigenständigen Dienst – gibt es in zwei „Formaten“: Der Diakon im Hauptberuf fügt sich nahtlos ein in die Vielfalt aller pastoralen Berufe. Für den Diakon mit Zivilberuf gilt in besonderer Weise, was den Ständigen Diakon von heute auszeichnet: Er ist unterwegs in verschiedenen Lebenswelten, vor allem in der Arbeitswelt und der Familienwelt. Das Spezifische seines Dienstes ist, dass er beide Welten mit seiner geistlichen Berufung als Diakon zusammenbringt.

Diakone hat es bereits in der Urkirche gegeben. Während sich im Laufe der Jahrhunderte der Diakonat zu einer Vorstufe der Priesterweihe zurückentwickelt hat, rief das Zweite Vatikanische Konzil den Ständigen Diakonat als eigenständiges Weiheamt in der katholischen Kirche wieder ins Leben. Ständige Diakone dürfen – im Unterschied zu katholischen Priestern – verheiratet sein, wenn sie dies bereits bei der Diakonenweihe sind.

Für den Dienst als Ständiger Diakon kommt in Frage, wer sich bereits in Kirche und Berufswelt und als Verheirateter in Ehe und Familie bewährt hat. Die Ausbildung zum Ständigen Diakon dauert in der Regel vier Jahre und ist berufsbegleitend. Im ersten Jahr – dem Interessentenjahr – finden fünf ganztägige Treffen statt. Nach dem Interessentenjahr folgt die Aufnahme in den Bewerberkreis mit jeweils sechs Wochenenden (Freitag und Samstag) sowie jeweils einer Studienwoche nach Ostern. Verpflichtend sind zudem der Grund- und Aufbaukurs des Studiengangs „Theologie im Fernkurs“ sowie ein Praktikum in einem Seelsorgebereich. Das Alter der Kandidaten soll zum Zeitpunkt der Weihe zwischen 35 und 55 Jahren liegen. Bei verheirateten Bewerbern müssen die Ehefrauen zustimmen. Unverheiratete Bewerber versprechen den Zölibat.

Jetzt und auch in Zukunft geht es bei der Ausbildung und dem Einsatz Ständiger Diakone um eine spezifisch diakonale Ausrichtung:

in einer Netzwerkerfunktion, zum Beispiel durch die Zusammenarbeit und Vernetzung mit Caritas, Diakonie oder anderen professionellen Hilfseinrichtungen, die von Haus aus nahe am Menschen sind und denen manchmal der Kontakt zu den Angeboten der christlichen Gemeinden fehlt;

in einer Brückenbauerfunktion, zum Beispiel durch die Förderung und Begleitung von Menschen, die sich für Randgruppen einsetzen, und durch ein Engagement, das vor allem jene Menschen im Blick hat, die in der Gemeindeseelsorge aus dem Blickfeld geraten sind, also auch Kirchenferne, Zweifler und Gottsucher;

in einer Grenzgängerfunktion, in der gezielt Ausgegrenzte, sozial Schwache und Hilfsbedürftige aufgesucht werden, sodass der christliche Auftrag der tätigen Nächstenliebe durch die Ständigen Diakone in der Kirche Gestalt und Ausdruck bekommt. Der Ständige Diakon erfülle seinen Auftrag „mitten unter den Menschen“ und bringe dabei seine Erfahrungen aus Beruf und Familie mit ein, wobei auch die Ehefrauen diesen Dienst mittragen und den Ständigen Diakon in seinen Aufgaben unterstützen.

 

Weitere Informationen unter www.diakone-bamberg.de