Übergabe der Pastoralkonzepte


Wort von Domkapitular Hans Schieber bei der Übergabe der Pastoralkonzepte der Seelsorgebereiche am 10.07.2022 im Bamberger Dom
Bevor die Pastoralkonzepte unserer 35 Seelsorgebereiche an Herrn Erzbischof übergeben werden: drei erläuternde Wortbeiträge. Mir als Leiter der Hauptabteilung Pastorales Personal war die Bildung einer Steuerungsgruppe übertragen worden, die den Prozess der Konzeptentwicklung begleitete (und von der heute einige da sind; hier in der 4. Bankreihe; danke Euch für Eure Arbeit). Nach mir spricht als Vertreter der Leitenden Pfarrer und der Seelsorgebereiche Herr Pfarrer Stefan Alexander, Seelsorgebereich Pegnitztal, und danach als Vertreter der Gremien, der Räte, der Ehrenamtlichen Herr Oskar Klinga aus dem Vorstand des Diözesanrats.
Als vor drei Jahren die größeren Seelsorgebereiche geschaffen wurden, war klar, dass wir nicht nur neue Strukturen, sondern auch eine pastorale Neuausrichtung brauchen. Wie kann Kirche vor Ort lebendig bleiben? So dass Glaube gestärkt wird und zugleich etwas Missionarisches geschieht („raus aus der Blase“)? Welche neuen Formen von Seelsorge sind denkbar? Was an Bewährtem muss bleiben? Was erwarten, was brauchen Menschen heute von der Kirche? Worauf konzentrieren wir uns, um Sachwalter Gottes und der Menschen zu sein – oder es wieder zu werden angesichts des Glaubwürdigkeitsverlusts unserer Kirche?
Es erging der Auftrag, anhand solcher Fragen innerhalb von drei Jahren in jedem Seelsorgebereich ein Pastoralkonzept zu entwickeln – in Zusammenarbeit zwischen pastoralem Personal und Ehrenamtlichen, etwa aus den Reihen der Seelsorgebereichsräte. Die Coronakrise und auch parallel laufende andere diözesane Projekte erschwerten manches. Umso größer der Dank, dass heute 35 Pastoralkonzepte vorliegen, teils noch vorläufig, in denen viel Engagement sowie Mitverantwortung für den Kernauftrag der Kirche, nämlich die Seelsorge, stecken. Vergelt’s Gott allen, die sich zum Teil intensiv in diese Aufgabe eingebracht haben.
Die Pastoralkonzepte sollten nach dem Prinzip Sehen – Urteilen – Handeln erstellt werden. Auf das Sehen, das realistische Hinschauen (wieder auch „raus aus der Blase“), kommt es zurzeit besonders an, damit Urteilen und Handeln und damit Seelsorge reflektiert und zielgerichtet geschehen. Von Bamberg aus lieferten wir Rahmenvorgaben und Orientierungshilfen sowie personelle Unterstützung durch Referenten und Moderatoren z. B. für die Klausuren aller Pastoralteams. Da wir kein starres Muster vorgaben, sind die Pastoralkonzepte in Aufbau und Umfang unterschiedlich und so vielfältig wie unsere Seelsorgebereiche.
Schon in den kommenden Wochen werden sie von Bistumsseite gesichtet. Herr Erzbischof will im September seine Rückmeldungen geben. Und da die erarbeiteten Dokumente ja nicht für die Schublade geschaffen sind, sondern weiterentwickelt und umgesetzt werden sollen, wollen die Hauptabteilungen Seelsorge und Pastorales Personal dranbleiben und den Seelsorgebereichen auf Basis der vorhandenen Konzepte weiterhin zur Seite stehen.
Schlussgedanke: Die deutschen Bischöfe haben aktuell eine Verlautbarung veröffentlicht, die den Titel trägt: „In der Seelsorge schlägt das Herz der Kirche“. Genau das soll vor Ort konkret werden. Genau dem wollen die Pastoralkonzepte dienen.